warum_brauchen_tomaten_ein_dachKaum zeigen sich die ersten zarten Früchte an der Tomatenpflanze, steigt bei Hobbgärtnern die Freude auf die baldige Ernte. Doch die kann mitunter getrübt werden, denn wenn der Phytophthora infestans Pilz zuschlägt, haben die Pflanzen keine Chance. In vielen Gebieten mit starkem Regenbefall kann der Schädling so locker eine ganze Ernte zunichte machen. Vorbeugende Maßnahmen helfen, zumindest einige Risikofaktoren auszuschließen und die nächste Ernte zu retten.

Es beginnt mit braunen Flecken an Stängeln und Blättern. Später fault beides einfach weg. Damit gehen auch die Früchte ein und die Tomatenernte ist verloren. Im Jahr 2009 passierte das Phänomen vor allem Gärtnern und Bauern im Süden Deutschlands. Damals gab es unerwartet viel Regen in den Sommermonaten. Im Volksmund unter der Bezeichnung „Kraut- und Braunfäule“ bekannt handelt es sich bei der Erscheinung botanisch betrachtet um einen Pilz, den so genannten Phytophthora infestans. Der Name stammt aus dem Griechischen. „phyton“ heißt übersetzt Pflanze, „phytora“ bedeutet Vernichtung. Eine passende Wortzusammensetzung für einen traurigen Umstand. Der Pilz gedeiht am Liebsten bei einer hohen Feuchtigkeit. Wenn Wirtspflanzen in der Nähe sind, gefällt es ihm nochmal so gut. Dazu zählt zum Beispiel die Kartoffel.

Gezielte Vorbeugung kann das Schlimmste verhindern

Bei einem leichten Befall des Pilzes an den Blättern kann es helfen, diese zu entfernen und zu hoffen, dass der Rest der Pflanzen verschont bleibt. Bei stärkerem Befall hilft nur eine Behandlung mit Fungiziden. Die haben allerdings den Nachteil, dass eine gewisse Weile zwischen der Behandlung und dem Verzehr der Früchte vergangen sein muss, denn ansonsten kann das giftig sein für den Menschen.

Am besten bewährt haben sich deshalb vorbeugende Maßnahmen. So sollten die unteren Blätter der Tomatenpflanzen stets entfernt werden, damit diese nie der Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt sind. Außerdem mögen es diese Pflanzen nicht, wenn das Wasser von oben kommt, auch nicht beim Gießen. Dazu gehört auch der Regen. Ein Dach über dem Kopf hilft, die Blätter schön trocken zu halten. Bei Freiland-Tomaten kann eine gespannte Folie den Regen abhalten, noch besser ist die Aufzucht in Gewächshäusern. Einen grundsätzlichen Schutz gibt es dennoch nicht, der Phytophthora infestans bleibt trotzdem eine ewige Gefahr für die empfindlichen Pflanzen.