Naturnahes Gärtnern: was ist damit gemeint?

Naturnahes Gärtnern: was ist damit gemeint?

In der heutigen Höher-schneller-weiter-Gesellschaft werden oftmals auch Gärten bis ins letzte Detail perfektioniert. Doch steht ein perfekter Garten im Kontrast mit naturnahem Gärtnern?

Dass jedes Gärtnern im Endeffekt ein Eingreifen in die Natur darstellt, ist klar. Doch was muss ich beachten, um in meinem Garten mit der Natur im Einklang zu leben und nicht gegen sie zu arbeiten? Im Folgenden haben wir dazu einige konkrete, wichtige Punkte zusammengestellt.

1. Der Kompost
Wer seinen Boden auf natürliche Weise verbessern möchte, darf nicht auf einen Komposthaufen verzichten. Egal ob für Grasschnitt, Pflanzenabfälle, schlechtes Obst oder Kaffeesatz, ein Kompost ist der geeignete Platz und im Grunde auch ein Selbstläufer im eigenen Garten. Pflicht also für jeden natürlich arbeitenden Gärtner.

2. Blüten statt Steinwüsten
Einen äußerst umwelt-unfreundlichen Trend stellen sogenannte Steingärten dar. Hier wird wenig bis gar nichts Blühendes gepflanzt, was Insekten den natürlichen Lebensraum nimmt. Außerdem heizen die Steine durch das vermehrte Speichern von Wärme den Garten auf. Besser (und allemal schöner- finden wir) sind hier bepflanze  Beete, die im Sommer vor Blüten strotzen.

3. Permakulturen
Unter einer Permakultur versteht man das optimale Zusammensetzen unterschiedlicher Pflanzen. Diese ergänzen sich durch ihren Nährstoffbedarf optimal und sorgen so für üppige Erträge beispielsweise in Gemüsebeeten. Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur werden also genau beobachtet und nachgeahmt. Die Permakultur schützt vor sogenannter Bodenmüdigkeit und sorgt gleichzeitig für Abwechslung im Garten.

4. Blumenerde ohne Torf
Was viele oftmals nicht wissen, ist, dass Torf in Blumenerde aus dem Moor stammt. Und bis sich ein Meter Torf bildet, dauert es gut und gerne 100o Jahre. Nun werden aber schon alleine in Deutschland jedes Jahr circa zehn Millionen Kubikmeter Torf abgebaut und verkauft. Wer also torffreie Erde kauft und stattdessen seinen Garten mithilfe des eigenen Komposts düngt, leistet einen nicht unbeachtlichen Beitrag für die Umwelt.

5. Ein Totholz-Haufen
Was zunächst erstmal negativ anmutet ist in Wahrheit ein regelrechtes Paradies für Insekten und Kleintiere. Dazu einfach im Garten anfallende, alte Holzabfälle in Form von Ästen und Baumstämmen an einer Stelle sammeln. Schon ist das Insektenhotel fertig und hat bei spezieller Schichtung auch gleich eine interessante Optik für den Menschen.

Zweifelsohne gibt es zahlreiche weitere Tipps für einen möglichst natürlichen Garten. Aber auch hier gilt, alles kann, nichts muss. Wer auf Chemie verzichtet macht bereits vieles richtig. Und wer ab und an etwas von der Perfektion absieht, das Laub auch mal liegen oder das Gras etwas wachsen lässt, schafft bereits wichtigen Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Und was kann es schöneres geben, als dass der eigene Garten nicht nur einem selbst sondern auch anderen Lebewesen Freude bereitet und im Konsens mit der Natur steht.

Bildurheber: alinamd / 123RF Standard-Bild

Author: Team Regenmeister

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